top of page

MOMENTE & BLAUE STUNDE

Tent By Lake_edited.jpg

MOMENTE

Die Leidentschaft hinter jedem Tropfen

Event-Kalender – Erlebnisse im Rebberg

Taucht ein in die Welt der "Weine der blauen Stunde" – dort, wo alles beginnt. Bei unseren Making-of-Events erlebt ihr echtes Handwerk live im Rebberg: vom Rebstock bis ins Glas.

Unsere Wintastigs stehen ganz im Zeichen der Geselligkeit. Es geht ums Zusammensein, ums Genießen, ums Ankommen. Um gute Gespräche, ehrliche Weine und diese besondere Stimmung, wenn Zeit plötzlich keine Rolle mehr spielt.

Und dann: das Highlight des Jahres – die Weinlese im Herbst.
Gemeinsam ernten, feiern, schmecken. Die Kunst des Weinmachens trifft auf die Freude am Miteinander.

 

Hier alle Termine im Event-Kalender entdecken & anmelden.

pexels-maoriginalphotography-368893.jpg

Die Bedeutung der blauen Stunde

Der Wert des dazwischen

Die Blaue Stunde ist die Phase der nautischen Dämmerung – jener Übergang zwischen Tag und Nacht, in dem die Sonne bereits 6° bis 12° unter dem Horizont steht. Das direkte Sonnenlicht ist verschwunden, doch die Welt liegt noch nicht im Dunkel. Stattdessen breitet sich ein tiefes, gleichmäßiges Blau über den Himmel aus, das dem Moment seinen Namen gibt.

Diese Zeit war über Jahrhunderte von besonderer Bedeutung für die Nautik. Seefahrer nutzten die Blaue Stunde, weil in ihr zwei Welten gleichzeitig sichtbar sind: der Horizont bleibt klar erkennbar, während die ersten hellen Sterne erscheinen. Genau dieser Zustand erlaubte es, mit dem Sextanten die Position zu bestimmen. Die Blaue Stunde war somit kein romantischer Begriff, sondern ein praktischer Moment der Orientierung, in dem Kurs, Standort und Richtung überprüft wurden.

In der Nautik steht die Blaue Stunde bis heute symbolisch für Übergang und Verlässlichkeit. Wenn das Tageslicht schwindet, übernimmt nicht das Chaos der Nacht, sondern eine Phase ruhiger Klarheit. Entscheidungen werden nicht unter grellem Licht getroffen, sondern in einem Moment der Konzentration. Es ist das Licht der Erfahrung – nicht der Eile.

Auch in der Fotografie besitzt die Blaue Stunde eine besondere Bedeutung. Fotograf:innen schätzen sie als eines der ausgewogensten Lichter des Tages. Kontraste sind weich, Schatten tief, Farben reduziert und gleichzeitig intensiv. Das Blau des Himmels wirkt satt, ruhig und samtig, ohne künstlich zu erscheinen. Architektur, Landschaften und Städte gewinnen an Tiefe, da künstliche Lichtquellen bereits sichtbar sind, ohne das natürliche Licht zu verdrängen.

Die Blaue Stunde erlaubt es, Formen klar zu zeigen, ohne sie zu entblößen. Linien werden präziser, Flächen ruhiger, Stimmungen dichter. Bilder aus dieser Zeit wirken zeitlos, weil sie nicht vom grellen Moment leben, sondern von Balance. Genau deshalb gilt die Blaue Stunde als das Licht der Geduld – wer sie nutzen will, muss warten, beobachten, den richtigen Augenblick spüren.

Über Nautik und Fotografie hinaus steht die Blaue Stunde für eine universelle Erfahrung: den Wert des Dazwischen. Sie ist weder Anfang noch Ende, sondern ein bewusster Übergang. Ein Moment, in dem sich die Welt nicht verändert – sondern neu gelesen wird.

Das Blau der Blauen Stunde ist kein Mangel an Licht, sondern seine Verdichtung. Es zeigt, dass Klarheit nicht aus Helligkeit entsteht, sondern aus Ruhe, Tiefe und Zeit.

In der Literatur ist die Blaue Stunde kein exakt vermessener Zeitpunkt, sondern ein symbolischer Raum. Sie steht für den Moment zwischen zwei Zuständen – zwischen Wissen und Ahnung, Diesseits und Jenseits, Ordnung und Auflösung. Genau dieses Dazwischen macht sie zu einem bevorzugten Schauplatz literarischer Erkenntnis.

Die italienische Bezeichnung l’ora blu trägt bereits eine poetische Verdichtung in sich. Sie meint nicht nur das blaue Licht der Dämmerung, sondern einen inneren Zustand: Wachheit ohne Aktivität, Offenheit ohne Ziel. In dieser Stunde verlieren Dinge ihre Eindeutigkeit, und gerade dadurch werden sie bedeutungsvoll.

In der Literatur ist dies der Moment, in dem Figuren innehalten, Schwellen überschreiten oder Einsichten gewinnen, die im grellen Licht des Tages verborgen bleiben.

Bei Dante Alighieri ist die Dämmerung – besonders der Übergang von Tag zu Nacht – ein wiederkehrendes Motiv mit tiefer symbolischer Kraft. In der Divina Commedia beginnt Dantes Reise nicht zufällig in einem Zustand der Verlorenheit (“Nel mezzo del cammin di nostra vita”), in einem dunklen Wald, an der Schwelle zwischen Licht und Finsternis.

 

Obwohl Dante die Blaue Stunde nicht im modernen naturwissenschaftlichen Sinn beschreibt, entspricht dieser Moment literarisch genau dem Prinzip der nautischen Dämmerung:
Das alte Licht trägt nicht mehr, das neue ist noch nicht da. Orientierung ist erschüttert – und gerade deshalb notwendig.

Die Dämmerung bei Dante ist stets eine Zeit der Entscheidung. Sie markiert den Punkt, an dem der Mensch erkennt, dass er nicht weitergehen kann wie zuvor. Erkenntnis entsteht nicht im hellen Mittag, sondern im abnehmenden Licht, wenn Sicherheiten verschwinden und das Wesentliche sichtbar wird.l’ora blu als literarisches Prinzip

 

Über Dante hinaus wird die Blaue Stunde in der Literatur immer wieder als Moment innerer Wandlung verstanden. Sie ist der Augenblick, in dem Sprache leiser wird und Bedeutung dichter. Nicht das Ereignis steht im Mittelpunkt, sondern das Bewusstsein.

In der Philosophie von l’ora blu knüpft die Blaue Stunde an diese literarische Tradition an. Sie steht für den Mut, im Übergang zu verweilen – ohne Eile, ohne Abkürzung. Wie bei Dante ist der Weg nicht geradlinig, sondern bewusst langsam. 

l’ora blu ist die Stunde der Reife.
Nicht des Ankommens, sondern des Verstehens.

Unsere Weine erzählen nicht von Eile, sondern von Übergängen.

Von Momenten, die man nicht festhält – sondern genießt.

L'ora blu

POWERED BY LEHMANN & MERIAN

Weinberg L'ora blu - Lerchhaldenweg, 8457 Humlikon I Weinkeller  - Hallauerstrasse 4, 8226 Schleitheim

Impressum     Datenschutz     AGB

© 2026 Astrid

  • Instagram
  • Linkedin
bottom of page